Beschlüsse
Beschlüsse der 2005
TOP: 5.2 Leitantrag zum Schwerpunkt Infektionsschutz und Seuchenhygiene der WHO
Die Gesundheitsministerkonferenz hat einstimmig beschlossen:
1. Bedeutung und Zusammenarbeit mit der WHO
Durch weltweite Migrationsbewegungen und die zunehmende Mobilität der Menschen wird die Zusammenarbeit und Koordinierung aller Beteiligter bei der Bekämpfung übertragbarer Erkrankungen immer wichtiger.
Die Anstrengungen der WHO bei der Kontrolle von übertragbaren Krankheiten sollen im Rahmen der Möglichkeiten der Länder unterstützt werden. Dabei ist der Ausbau des Informationsaustausches und der Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen der Länder, des Bundes und der EU mit der WHO eine wichtige Aufgabe.
Die verstärkten Bemühungen der WHO um Koordinierung der Zusammenarbeit mit Institutionen auf allen Ebenen u.a. auch im Rahmen von strategischen Partnerschaften oder der Besetzung von Beratungsausschüssen mit unabhängigen Experten sind sinnvoll und haben sich bewährt.
Die GMK dankt in diesem Zusammenhang der Weltgesundheitsorganisation, dass im Mai 2005 die Revision der Internationalen Gesundheitsvorschriften abgeschlossen wurde. Mit dem neuen Regelwerk kann den neuen Herausforderungen besser begegnet werden. Hierzu hat die WHO große Anstrengungen unternommen. Dies kommt nicht zuletzt durch den zügigen Zeitplan zum Ausdruck, der dem Revisionsverfahren zugrunde lag.
Der Weltgesundheitsorganisation kommt bei der Bewältigung einer Reihe von globalen Herausforderungen eine zentrale Rolle zu. Die GMK nennt in diesem Zusammenhang u.a. die besorgniserregende Zunahme der Resistenzentwicklung gegen Antiinfektiva, die Verbreitung nosokomialer Infektionen durch multiresistente Keime, die weltweite Verbreitung multiresistenter Tuberkuloseerreger, die Zunahme der HIV-Infektionen und eine zu befürchtende Influenzapandemie.
Die deutschen Länder werden in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und den zuständigen Einrichtungen des Bundes ihre Anstrengungen einbringen, um die Ziele der WHO zu erreichen und deren Maßnahmen zu unterstützen. Die Bedeutung der Strukturen der öffentlichen Gesundheitsdienste gerade für den Infektionsschutz wird in diesem Zusammenhang ausdrücklich herausgestellt.
2. Themen von besonderer internationaler Relevanz
a) Besorgniserregende Zunahme der Resistenzentwicklung gegen Antiinfektiva
Weltweit stellen Infektionskrankheiten in ihrer Gesamtheit nach kardiovaskulären Erkrankungen immer noch die zweithäufigste Todesursache dar. Leider werden immer mehr Keime gegen die verfügbaren Antiinfektiva resistent, der Abstand zwischen Resistenzentwicklung und der Entwicklung neuer antibakterieller Wirkstoffe wird immer knapper. Die Resistenzentwicklung wird dadurch gefördert, dass in vielen Bereichen Antiinfektiva zu unkritisch, zu großzügig und manchmal auch völlig unnötig eingesetzt werden. Zur Resistenzentwicklung tragen zudem subtherapeutische Dosierungen, zu lange wie auch zu kurze Behandlungszeiträume sowie Überdosierungen (mit reduzierter Compliance als Folge) bei. Problematisch ist auch die fehlende Verschreibungspflicht von Antiinfektiva in einigen Ländern mit der Gefahr einer nicht immer indizierten und oft insuffizienten Selbstbehandlung. Da antimikrobiell wirksame Chemotherapeutika und Antibiotika ebenso in der Tiermast zur Behandlung, leider auch als Infektionsprophylaxe oder gar als Anabolika eingesetzt werden, ist das Resistenzproblem zu einem globalen Problem geworden, das auch politisches Handeln fordert.
Resistenzen gegen Antiinfektiva kosten Lebensqualität und erfordern den Einsatz neuerer, erheblich teurer antiinfektiver Substanzklassen. Schon jetzt können sich in vielen Regionen der Erde nicht alle an schweren Infektionen leidende Menschen eine wirksame antiinfektiöse Therapie leisten. Hält der internationale Trend der Resistenzentwicklung an, wird sich zukünftig eine noch viel größere Zahl an Patienten eine effektive Behandlung nicht mehr leisten können.
- Die Resolution der 85. Tagung der Weltgesundheitsversammlung der WHO, in der die Mitgliedstaaten aufgerufen werden, wirksame Methoden zur Eindämmung der Resistenzentwicklung und zur Sicherstellung eines rationalen Einsatzes von Antiinfektiva zu entwickeln sowie Monitoringsprogramme für den Einsatz von Antiinfektiva und Resistenzentwicklungen zu etablieren, ist nachhaltig zu unterstützen.
- Die GMK begrüßt, dass die WHO sich weiterhin intensiv bei den Mitgliedsstaaten für eine ärztliche und tierärztliche Verschreibungspflicht von Antiinfektiva in allen Ländern einsetzt.
- Der Appell der Weltgesundheitsversammlung der WHO in seiner Resolution von 1998, den Missbrauch von Antiinfektiva in der Tiermast einzuschränken, ist unverändert von aktueller Bedeutung und wird von allen Gesundheitsministerinnen, Gesundheitssenatorinnen, Gesundheitsminister und Gesundheitssenatoren der bundesdeutschen Länder mitgetragen. Die von der WHO im Jahr 2000 in Genf verabschiedeten globalen Prinzipien zur Eindämmung der antimikrobiellen Resistenz in der Tiermast bilden ein nützliches Gerüst an Empfehlungen für die praktische Umsetzung des Appells. Langfristig ist anzustreben, dass Leistungsförderer mit antiinfektiver Wirkung in der Tierhaltung weltweit durch weniger riskante Substanzen ersetzt werden.
- Die GMK hält auch eine intensivere Erforschung von Resistenzentwicklungen und die Entwicklung neuer antiinfektiver Substanzklassen für notwendig, damit national und international erforderliche Maßnahmen eingeleitet werden können. Dazu gehört auch die Erarbeitung von fachlichen Leitlinien für den sachgerechten Einsatz von Antiinfektiva in der Human- und Tiermedizin.
b) Nosokomiale Infektionen durch multiresistente Keime
Der medizinische Fortschritt und zunehmender Wohlstand haben dazu geführt, dass heute weltweit sehr viel mehr Patienten mit schweren und lebensbedrohlichen Krankheiten erfolgreich behandelt werden können. Diese Erkrankungen selbst sowie die notwendigen therapeutischen Maßnahmen gehen oft mit einer erheblichen Infektanfälligkeit einher. Nosokomiale (im Krankenhaus erworbene) Infektionen haben daher weltweit zugenommen. Sie verlängern Krankenhausaufenthalt und verursachen erhebliche Mehrkosten, beeinträchtigen den möglichen Heilerfolg der Grundkrankheit und gefährden das Leben der Patienten. Hinzu kommt, dass auch die Hospitalkeime immer mehr Resistenzen gegenüber Antiinfektiva entwickeln. In einigen Staaten sind beispielsweise bereits über 50% der in Krankenhäusern vorkommenden Staphylococcus aureus-Isolate gegen Methicillin und andere Substanzklassen resistent (Methicillin- oder multiresistenter Staphylococcus aureus -MRSA). Diese Multiresistenz erfordert den Einsatz neuer Substanzen und Medikamentenkombinationen und verteuert die antiinfektive Behandlung erheblich. Hält diese Entwicklung an, ist zu befürchten, dass sich zukünftig immer weniger Patienten moderne medizinische Optionen werden leisten können.
- Eine Präventionsstrategie in Verbindung mit einem stringenten Einsatz von Antiinfektiva kann die Selektion und Ausbreitung von MRSA und anderen resistenten Keimen drastisch reduzieren. Die von renommierten Fachinstitutionen (CDC, RKI u.a.) und internationalen ärztlichen Fachgesellschaften aufgestellten Richtlinien zur Verbesserung der Krankenhaushygiene und zum Umgang mit multiresistenten Keimen wie MRSA sollten internationale Beachtung finden. Hierbei kann die WHO Hilfestellung leisten.
c) Tuberkulose - ein permanentes internationales Gesundheitsproblem
Die Tuberkulose ist eng mit Armut, Obdachlosigkeit, Migration und Alkoholismus assoziiert. Besonders problematisch ist eine gleichzeitig bestehende HIV-Infektionen, denn jede der beiden Infektionskrankheiten beschleunigt die Entwicklung der anderen Infektion. Während die Tuberkulose in Deutschland mit einer Inzidenz von 8 Neuerkrankungen pro 100.000 gegenwärtig nur eine geringe Verbreitung hat, ist sie weltweit eine der bedrohlichsten Seuchen geblieben. Bereits 1/3 der Weltbevölkerung ist infiziert. Etwa 33% aller Neuerkrankungen treten allein in Südostasien auf. In der Subsahara-Region Afrikas liegen die Inzidenzen mit 345/100.000 am höchsten. Neben den Ländern Lateinamerikas zeigen auch die GUS-Staaten einen alarmierenden Anstieg der Tuberkuloseinzidenz. Fehlende Tuberkuloseprogramme und zu spät gestellte Diagnosen fördern die Ausbreitung der Tuberkulose, insuffiziente Therapieregime und häufige Therapieabbrüche führen zu besorgniserregender Resistenzentwicklung der Mycobacterien gegenüber den Tuberkulostatika. Die zunehmende Globalisierung bewirkt auch eine Globalisierung multiresistenter Mycobacterium tuberculosis-Stämme. In Deutschland werden Einwanderer auf Tuberkulose untersucht, um durch eine frühestmögliche Therapie die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Allein bei Untersuchungen im zentralen Aufnahmelager für Aussiedler aus den GUS-Staaten wurden in den Jahren 2002-2004 über 600 Erkrankte (280 auf 100.000 Untersuchte) entdeckt. 40% der in Deutschland lebenden Patienten mit Tuberkulose sind im Ausland geboren. In einigen Staaten sind bereits über 50% aller Mycobacterium tuberculosis-Isolate multiresistent. Die Behandlung resistenter Tuberkulosen ist erheblich teurer und mit mehr Nebenwirkungen behaftet; sie dauert wesentlich länger und ist mit einer viel schlechteren Erfolgschance verbunden. Multiresistente Tuberkulosefälle bleiben auch unter Therapie bedeutend länger infektiös und fördern dadurch die Verbreitung multiresistenter Mycobacterienstämme.
- Die international empfohlene Behandlungsstrategie nach DOTS (directly observed treatment, short-course) ist ein finanzierbares, effektives Mittel, um weltweit, auch in ärmeren Regionen mit ungünstigerer Infrastruktur, ansteckende Tuberkulosefälle zu identifizieren, mit einer wirksamen, fachlich überwachten Therapie erfolgreich zu behandeln und dadurch der Ausbreitung der Tuberkulose sowie dem Fortschreiten der Resistenzentwicklung entgegenzuwirken. Die Bemühungen der WHO,, die konsequente Anwendung der DOTS-Strategie, nach Einschätzung der Weltbank eine der kosteneffektivsten Gesundheitsmaßnahmen, global durchzusetzen, sind zu unterstützen.
- Im Rahmen der DOTS-Strategie sind den Patienten regelmäßig und ohne Unterbrechung hochwertige und effektive Tuberkulostatika zur Verfügung zu stellen. Es ist aus fachlicher Sicht unbestritten, dass dies nur erreichbar ist, wenn in allen Staaten die Tuberkulostatika nicht den betroffenen Patienten in Rechnung, sondern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Eine wirksame Behandlung einer Tuberkulose darf nicht an der Armut des Betroffenen scheitern.
- Die Gründung der DOTS-Plus Working Group durch die WHO mit den Aufgaben, globale Strategien für das Management multiresistenter Tuberkulose zu entwickeln und wirksame Reservetuberkulostatika für geeignete Projekte zur Verfügung zu stellen, ist daher folgerichtig. Die Eingrenzung und Bekämpfung der multiresistenten Tuberkulose kann nur durch gemeinsame Anstrengungen aller Staaten gelingen.
d) Impfpräventable Krankheiten vermeiden
Durch konsequente Umsetzung von Impfstrategien und effektiver Surveillance als Instrument für spezifische Kontrollmaßnahmen ist es gelungen, impfpräventable Krankheiten zurückzudrängen. Historische Meilensteine sind die Eradikation der Pocken sowie die Erklärung der Poliofreiheit der europäischen Region am 21. Juni 2002 als einem Schritt auf dem Weg zu einer globalen Eradikation der Poliomyelitis. Die GMK dankt der WHO, dass sie trotz der Schwierigkeiten vor allem in Zentralafrika das Ziel der weltweiten Poliofreiheit weiter mit Nachdruck verfolgt.
Die GMK unterstützt darüber hinaus das Ziel der WHO, bis zum Jahre 2010 in der europäischen Region die Masern zu eliminieren und kongenitale Rötelninfektionen zu verhindern. Durch Einführung der Meldepflicht für Masern im Jahr 2001 ist es auch in Deutschland gelungen, die Surveillance sachgerecht auszubauen. Als Folge dieser Surveillance konnten größere Ausbrüche erkannt werden. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit konnte das Problembewusstsein für diese vermeidbare Erkrankung geschärft werden. Als Folge der Impfempfehlung einer frühestmöglichen zweifachen Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln sowie auf Grund der intensiven Öffentlichkeitsarbeit, konnte ein deutlicher Anstieg der Durchimpfungsquote in den letzten Jahren in Deutschland erreicht werden.
- Es ist unbestritten, dass es weiter nationaler wie internationaler Anstrengungen bedarf, das bis 2010 gesetzte Ziel zu erreichen. Hierfür werden die von der WHO vorgeschlagenen Schritte unterstützt, dafür Sorge zu tragen, dass die Impfstrategie der zweimaligen MMR-Impfung zu einem höchst mögliche Prozentsatz umgesetzt wird, die Surveillance gestärkt wird und relevante, qualitativ hochwertige Informationen für Gesundheitsfachkräfte und die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
e) Weltweite Zunahme der HIV-Infektionen
Angesichts der besorgniserregenden Ausbreitung der HIV-Infektion vor allem in Ländern Afrikas und Osteuropas besteht Handlungsbedarf insbesondere im Hinblick auf die weitere Verbesserung von Koordination, Vernetzung, Zusammenarbeit und Informationsaustausch sowie der Versorgung Infizierter mit Virostatika.
- Die GMK begrüßt das Gesamtkonzept der WHO zur Intensivierung von gemeinsamen Maßnahmen zur Bekämpfung von HIV/AIDS.
- Die Infektion mit HIV/AIDS ist durch Befolgung einfacher Verhaltensregeln und Anwendung von Schutzmaßnahmen (Kondome) in der überwiegenden Zahl der Fälle vermeidbar. Ein wichtiger Schritt ist daher die Entwicklung von Präventionsprogrammen, die die besonders betroffenen Ethnien spezifisch erreichen.
- Die GMK hält es für sinnvoll , dass v.a. in den Hauptverbreitungsgebieten von HIV/AIDS die Menschen, ggf. auch kostenlos zu Kondomen Zugang haben.
- Die Überlebenschancen HIV/AIDS-Infizierter werden durch den Einsatz virostatischer Medikamente wesentlich verbessert. Gerade in den Hauptverbreitungsgebieten der Krankheit hat nur eine Minderheit Zugang zu dieser Behandlung. Die Bemühungen der WHO, die Versorgung der Betroffenen mit Medikamenten und einwandfreien Blutprodukten weltweit sicherzustellen, ist nachhaltig zu unterstützen. In diese Bemühungen sind auch die Etablierung entsprechender Hygienemaßnahmen, z. B. im medizinischen Bereich, einzubeziehen.
f) Influenzapandemie
Nach dem Auftreten von drei großen Influnezapandemien innerhalb des letzten Jahrhunderts ist mit weiteren Influnezapandemien zu rechnen. Die gegenwärtig starke Ausbreitung des Vogelgrippevirus H5N1 in Südostasien und seine Fähigkeit, beim Menschen sowie einer zunehmenden Anzahl weiterer Tierarten Infektionen auslösen zu können, lassen befürchten, dass einzelne Vogelgrippevirusstämme durch genetische Veränderungen oder durch ein genetisches Reassortment die Fähigkeit erlangen könnten, Menschen erheblich effektiver zu infizieren und von Mensch zu Mensch übertragen werden. Deshalb sind die Befürchtungen der WHO hinsichtlich der Gefahr einer Influenzapandemie und die Forderungen der 58. Weltgesundheitsversammlung zur Stärkung der Vorbereitungen auf eine Influenzapandemie (Stellungnahme A58/13) begründet.
Bund und Ländern haben jüngst einen Nationalen Influenzapandemieplan vorgelegt, der gemäß den Empfehlungen der WHO von einer Expertengruppe unter Leitung des Robert Koch-Instituts erarbeitet wurde. Die Entwicklung eines Pandemieimpfstoffes ist die kosteneffektivste und wirksamste Maßnahme zur Prävention einer Influenzaerkrankung. Da für die Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffes allerdings 3 Monate oder mehr benötigt werden, wird die Beschaffung antiviraler Arzneimittel unterstützt, die in der Zeit bis zur Entwicklung eines Impfstoffes zur Therapie eingesetzt werden.
- Die Bemühungen um die Entwicklung eines Pandemieimpfstoffes sind nach Auffassung der GMK weiter voranzutreiben. Hierzu sowie für die Bereitstellung von Impfstoffen und antiviralen Arzneimitteln ist eine konzertierte Aktion aller Beteiligten notwendig. Dabei kann die WHO Hilfestellung leisten.
- Die Anstrengungen der WHO zur Bekämpfung der Vogelgrippe, zum Ausbau des weltweiten Influenzafrühwarnsystems und der Informationsübermittlung werden unterstützt.
3. Internationale Gesundheitsvorschriften
Infolge der zunehmenden Globalisierung können akute lokale Ausbrüche alt bekannter und neuer, bisher unbekannter Infektionskrankheiten rasch zu einer weltweiten Bedrohung werden. Im Ernstfall bedarf es einer gut funktionierenden internationalen Zusammenarbeit mit unverzüglichem Informationsaustausch, um eine grenzüberschreitende Ausbreitung von Seuchen wirksam zu verhindern. Um diesen aktuellen Erfordernissen gerecht zu werden, wurde im Mai 2005 die Revision der Internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO abgeschlossen. Die GMK dankt der WHO für ihre Bemühungen, das Regelwerk an die neuen Erfordernisse anzupassen. In der jetzt verabschiedeten Form haben die IGV das Potential, die Menschheit vor einer weltweiten Ausbreitung von Seuchen ohne unnötige Auswirkungen auf den Welthandel und den internationalen Reiseverkehr zu schützen. Die weltweite Effizienz des Regelwerks wird aber auch maßgeblich von der nationalen Umsetzung der Staaten abhängen. Dazu will auch die GMK ihren Beitrag leisten.
- In Anbetracht der weltweiten Lage mit Blick auf Bedrohungen wie durch SARS oder eine Influenzapandemie weist die GMK darauf hin, dass die mögliche Ausbreitung von Infektionskrankheiten über den internationalen Reiseverkehr eine Problematik von herausragender Bedeutung bleibt.
- Die GMK bittet die WHO in Anbetracht der zunehmenden Mobilität der Bürgerinnen und Bürger auf internationaler Ebene, sich für eine Verbesserung des immer wichtiger werdenden Zugangs zur gesundheitlichen Versorgung jenseits der Grenzen einzusetzen.
