Sicher. Versorgt. Überall. – 99. Gesundheitsministerkonferenz setzt Signal für Bürokratieabbau im Gesundheitswesen
11. Juni 2026
Die zweitägige Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder ist am heutigen Donnerstag, 11. Juni, in Hannover erfolgreich zu Ende gegangen. Unter Leitung des GMK-Vorsitzenden Dr. Andreas Philippi haben die GesundheitsministerInnen und -senatorInnen der Länder über mehr als 50 Anträge beraten und entsprechende Beschlüsse gefasst.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken nahm als Gast an den Beratungen teil.
Bürokratieabbau in der ärztlichen Versorgung
Einer der Schwerpunkthemen der 99. Gesundheitsministerkonferenz war der Abbau von bürokratischen Hürden und eine stärkere Nutzung digitaler Instrumente im Gesundheitswesen und in der ärztlichen Versorgung. Niedersachsen hatte Anträge zum Bürokratieabbau in Arztpraxen, zur schnelleren Vergabe von Arztterminen durch die Einführung eines Primärversorgungssystems und zur Einführung eines elektronischen Impfpasses in die GMK eingebracht.
Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Dr. Andreas Philippi hebt den besonderen Zeitpunkt der GMK-Hauptkonferenz hervor:
„In den zurückliegenden zwei Tagen hatten wir einen guten Austausch der Länder und dem Bund über die zentralen gesundheitspolitischen Fragen, die uns in diesen Zeiten bewegen – und die Zeiten sind besondere. Die diesjährige Gesundheitsministerkonferenz findet statt vor großen Reformvorhaben im Bund. Die anstehenden Gesundheitsreformen waren auch prägend in den Gesprächen der Länder. Uns allen ist bewusst, dass das Gesundheitswesen bedarfsgerecht, nachhaltig und finanzierbar aufgestellt werden muss. Ein Weiter-so kann es nicht geben. Wir müssen das System von unnötigem Ballast befreien und Patientenströme besser steuern. Instrumente wie das Primärversorgungssystem oder Bürokratieabbau in Arztpraxen und der Gesetzlichen Krankenversicherung bringen dabei für alle Entlastungen und sichern eine hochwertige Versorgungsqualität. Gleichwohl nehmen wir die Sorgen der Menschen vor Einsparungen im System und einer sozialen Ungerechtigkeit natürlich sehr ernst. Unser Ziel ist, dass die Menschen in diesem Land sicher und gut versorgt sind – und das überall.“
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken betonte die gute Zusammenarbeit mit den Ländern:
„Damit unser Gesundheitssystem auch in Zukunft verlässlich und bezahlbar bleibt, müssen wir umfassende Reformen beschließen. Das betrifft die Stabilisierung der Finanzierung ebenso wie Strukturveränderungen, in denen es insbesondere darum geht, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen, und die begrenzten personellen Ressourcen bedarfsgerechter und effizienter für die gesundheitliche Versorgung zu nutzen. Das wird mit Veränderungen verbunden sein, die am Ende immer so ausgelegt sind, eine gute und flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Hier gehen Bund und Länder Hand in Hand, denn diese Herausforderungen können nur gemeinsam gelingen.“
Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer, Vertreterin der A-Länder, hob die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung hervor:
„Die Gesundheitsministerkonferenz stand in diesem Jahr im Zeichen großer Herausforderungen für unser Gesundheitswesen. Im Mittelpunkt stand dabei die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die vorliegende Gesetzesinitiative des Bundes dazu ist keine Reform, sondern ein reines Spargesetz. Die richtige Reihenfolge ist, zunächst wirkliche Strukturreformen umzusetzen, die das Gesundheitswesen einfacher, digitaler und damit effizienter machen. Gleichzeitig darf die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung nicht allein über Einsparungen erfolgen. Wir erwarten daher vom Bund eine auskömmliche Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen. Die Sozialversicherung ist keine Sparkasse des Bundes.“
Ein positives Klima für Gesundheitsförderung und Prävention schaffen
Nicht nur die Diskussionen der letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass Deutschland im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung besser werden muss. Die Bundesrepublik weist im europäischen Vergleich die höchsten Gesundheitsausgaben auf, liegt jedoch bei wichtigen Faktoren wie der Lebenserwartung oder gesunden Lebensjahren hinter vergleichbaren Staaten zurück. Die Länder wollen diesem Trend entgegensteuern und fordern daher den Bund auf, die bundesgesetzlichen Regelungen anzupassen und eine Gesamtstrategie für Gesundheitsförderung und Prävention zu entwickeln. Denn: Nur in einer gemeinsamen Kraftanstrengung können die Themen Prävention und Gesundheitsförderung in den Fokus gerückt werden.
Auch nach Ansicht von Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister des Landes Nordrhein-Westfalen und Vertreter der B-Länder, ist dies nötig:
„Wir müssen in Sachen Prävention besser werden. Die Menschen brauchen Wissen darüber, wie sie ihre Gesundheit möglichst lang erhalten können und wie sie Zugang zu Präventionsangeboten bekommen. Dazu brauchen wir insgesamt ein positives Klima für Gesundheitsförderung und Gesunderhaltung in unserer Gesellschaft, bei dem wir alle Bevölkerungsgruppen mitnehmen.“
Ausblick auf die GMK 2027 – Hessen übernimmt Vorsitz der 100. Gesundheitsministerkonferenz
Gastgeber der Gesundheitsministerkonferenz 2027 wird Hessen sein. Die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihren Amtskolleginnen und -kollegen:
„Auf der 99. Gesundheitsministerkonferenz hat Hessen gemeinsam mit den anderen Ländern wichtige Weichen gestellt. Wir kümmern uns um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger: Wir schützen Kinder und Jugendliche vor Suchtprodukten, die mit trendigen Designs und süßen Aromen verharmlosend als modern angepriesen werden. Wir treiben Frauengesundheit voran, denn sie ist noch immer zu wenig erforscht. Das kann Leben kosten und verursacht vielfach lange Leidenswege. Und wir wollen, dass die Menschen wissen, dass sie unserem Gesundheitssystem vertrauen und sich darauf verlassen können. Veränderungen in der Versorgung dürfen die hohe Qualität der medizinischen Behandlung nicht schwächen, sondern müssen diese stärken. Dieses Signal wird auch von der 100. GMK in Hessen ausgehen: Im Not- und Krankheitsfall müssen die Menschen sich sicher sein können, dass sie gut versorgt sind. Das ist für mich eine Frage der Demokratie."
Die Hauptkonferenz wird am 02. und 03. Juni 2027 in Hessen stattfinden.
Alle Beschlüsse der GMK werden zeitnah unter https://www.gmkonline.de/beschluesse.html veröffentlicht.
