Beschlüsse
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Beschlüsse der GMK 26.06.2014 - 27.06.2014
TOP: 5.1 Gesundheit und Demografie
Die Gesundheitsministerkonferenz beschließt mehrheitlich:
Die demografischen Herausforderungen bedingen eine weitgehende Neuausrichtung der bestehenden Rahmenbedingungen und Strukturen des Gesundheits- und Pflegewesens. In ihrer Verantwortung für die gesundheitliche und pflegerische Versorgung hat die GMK konzeptionelle Überlegungen für den demografischen Wandel mit dem Bericht „Gesundheit und Demografie“ formuliert, der eine entsprechende Gesamtsicht auf die demografischen Veränderungen und ihre Auswirkungen auf gesundheitliche Strukturen sowie auf die sich daraus ergebenden Handlungsnotwendigkeiten aus der regionalen Perspektive der Länder ermöglichen soll.
Sie betont darin
- die herausragende Bedeutung der Gesundheitsförderung und Prävention, um den Bürgerinnen und Bürgern ein Mehr an gesunden Lebensjahren zu ermöglichen und zu einer Entlastung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungsstrukturen beizutragen,
- dass sich der Bedarf an medizinischer Versorgung zunehmend zu Leistungen für ältere Menschen, insbesondere zur Behandlung von chronischen und geriatrischen Erkrankungen, verlagern wird. In den entsprechenden medizinischen Fachdisziplinen ist mehr Personal erforderlich, andere Disziplinen werden perspektivisch bedarfsbedingt weniger benötigen.
- die bereits durch die Wissenschaft dargelegte Notwendigkeit eines stärker patientenzentrierten Versorgungsmodells mit einer Verringerung der bisherigen Sektorisierung des Gesundheitswesens durch Planung, Finanzierung, Transparenz und berufsgruppenübergreifende Kooperation,
- die Notwendigkeit einer stärkeren Ausrichtung der Versorgungsstrukturen auf eine ambulante Versorgung und Pflege. Die ambulanten Angebote in der Medizin als auch in der Pflege sollten künftig deutlich besser als bisher gegenüber der stationären Versorgung gestärkt werden,
- die mit einer solchen Neuausrichtung der medizinischen Versorgung verbundene Option, innovative technisch unterstützte Hilfsangebote und Kommunikationswege ressourcensparend und versorgungsoptimierend stärker zu verankern,
- die wachsende Bedeutung der medizinischen und pflegerischen Primärversorgung insbesondere in der Allgemeinmedizin; aufgrund des heute schon nicht mehr gedeckten Bedarfes in der Fachrichtung Allgemeinmedizin in bestimmten Regionen Deutschlands, die sich mit den demografischen Veränderungen noch verschärfen wird, sieht die GMK in der Sicherstellung der Primärversorgung eine entscheidende Zukunftsaufgabe aller Beteiligten,
- die Erforderlichkeit einer neuen, interprofessionellen Zusammenarbeit über alle Versorgungsstufen hinweg; die GMK bittet die Bundesregierung um Prüfung, ob und wie eine Neuordnung der bisherigen Aufgaben der Gesundheits- und Pflegeberufe diesem Erfordernis gerecht wird,
- dass ohne einen deutlichen Zuwachs an Fachkräften im Gesundheits- und Pflegewesen diese Herausforderungen nicht erfolgreich bewältigt werden können und deshalb insbesondere die Rahmenbedingungen in der Pflege, aber auch für die Allgemeinmedizin, verbessert werden müssen,
- das hohe Engagement der professionellen Akteure im Gesundheits- und Pflegewesen, hält es aber für zwingend, das Gesundheitswesen stärker partizipativ auszurichten. Patienten und Betroffene sollen durch mehr Information, Transparenz sowie bessere Beteiligungsrechte ihre Erfahrungen und Wünsche in die Ausgestaltung einbringen können,
- dass die für die Daseinsvorsorge verantwortlichen Kommunen im Sinne der Gesamtverantwortung stärker einbezogen werden sollen.
